MODUL 3 · Menschliches Leistungsvermögen
Ohr, Gleichgewicht & Desorientierung
Du verstehst, warum das Innenohr im Flug lügt, kennst Grey-out/Red-out und die wichtigsten Desorientierungs-Illusionen samt Gegenmitteln.
Worauf es ankommt
- Die Bogengänge melden nur DREH-BESCHLEUNIGUNGEN, konstante Drehung fühlt sich nach wenigen Sekunden wie Geradeausflug an.
- „Leans": die häufigste Desorientierung, nach unbemerktem Zurückrollen fühlt sich Geradeausflug schief an.
- Coriolis-Effekt: Kopfdrehung im Kurvenflug → heftiger Drehschwindel. Kopf ruhig halten!
- Grey-out/Blackout bei +g, Red-out bei −g.
- Druckausgleich über die Eustachische Röhre (Valsalva); mit Erkältung nicht fliegen. Nach dem Tauchen: 12-24 h Pause.
- Gegenmittel gegen jede Illusion: den INSTRUMENTEN vertrauen.
Dein Innenohr ist ein schlechter Fluglehrer: Es spürt nur Änderungen, glaub dem Horizont, nicht dem Bauch. Eigene Merkhilfe
- Glauben, das Gleichgewichtsorgan erkenne konstante Drehungen (nur Beschleunigungen!)
- Mit Erkältung fliegen („wird schon gehen"), Barotrauma
- Grey-out und Red-out den falschen g-Richtungen zuordnen
Das Lernvideo zu diesem Modul
Vertont, Modul 3 aus dem Sachgebiet Menschliches Leistungsvermögen. In der App läuft es auch ohne Netz.
So erklärt ExamWing
Eine Übungsfrage aus diesem Modul, mit der Begründung zu jeder Antwortmöglichkeit, auch zu den falschen. Genau das ist der Unterschied zum reinen Durchklicken eines Fragenkatalogs.
Du fliegst eine länger andauernde Kurve mit konstanter Drehrate. Nach einiger Zeit hast du das Gefühl, geradeaus zu fliegen, obwohl du dich weiterhin drehst. Wie ist dieser Trugschluss zu erklären?
- Das Innenohr kann nur Beschleunigungen unter 1 g verarbeiten; bei längeren Kurven wird dieser Schwellenwert überschritten.Falsch: Einen 1-g-Schwellenwert der Bogengänge gibt es nicht; das Phänomen beruht allein auf fehlender Winkelbeschleunigung.
- Die Bogengänge im Innenohr melden nur Dreh-Beschleunigungen; bei gleichbleibender Drehrate gleicht sich die Endolymphe an, der Reiz klingt nach einigen Sekunden ab.Richtig: Die Bogengänge reagieren nur auf Winkelbeschleunigung; bei konstanter Drehrate kommt die Endolymphe zur Ruhe und der Cupula-Reiz klingt ab.
- Der Gleichgewichtssinn meldet die Drehung weiterhin korrekt, das Gehirn unterdrückt die Meldung jedoch absichtlich.Falsch: Das Gehirn unterdrückt nichts absichtlich; der Sinnesreiz selbst verschwindet physikalisch, weil keine Beschleunigung mehr vorliegt.
- Die Otolithen erkennen die Drehung anfangs korrekt, ermüden aber nach kurzer Zeit und stellen ihre Meldung komplett ein.Falsch: Drehungen erkennen die Bogengänge, nicht die Otolithen; diese messen Linearbeschleunigung und Schwerkraft, und Ermüdung ist nicht die Ursache.
Quelle: Physikalisches Grundprinzip: Trägheit der Endolymphe in den Bogengängen (Sinnesphysiologie des Vestibularorgans)
Dieses Modul enthält in der App 4 Übungsfragen mit vollständiger Begründung, dazu Karteikarten, Fortschritt und Prüfungssimulation.
Kostenlos im Browser startenFachliche Grundlage: EASA Part-FCL mit den zugehörigen AMC und GM sowie die nationalen Veröffentlichungen. Eigene Formulierungen, keine Wiedergabe amtlicher Prüfungsfragen. Stand 2026-06-14.